Bild Siloah St. Trudpert Klinikum, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, Header, 4 radiologische Röntgenbilder des Schädels
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Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Periradikuläre Therapie

Schmerztherapeutische Verfahren erlangen immer größere Bedeutung. Im Auftrag vorwiegend von Orthopäden, führen wir die Behandlung der Periradikuläre Therapie im ambulanten Bereich durch unsere qualifizierten Radiologen durch.

Was ist eine Periradikuläre Therapie?

Bei der Periradikulären Therapie (PRT, Behandlung der Nervenwurzel) führen wir eine Spritzenbehandlung der Nervenwurzel mit ihrer näheren Umgebung (perineurale Injektion) und/oder dem benachbarten, im Wirbelkanal gelegenen Periduralraum (peridurale oderepidurale Injektion) durch. Mit Hilfe der Computertomographie (CT) kontrollieren wir die zielgenaue Verabreichung der Medikamente.

Warum wird die Injektionsbehandlung durchgeführt?

Sinn und Zweck der Injektionstherapie ist es, den Teufelskreis aus Entzündung – Schmerz – Fehlhaltung – Muskelverspannung – Schmerz – ... zu durchbrechen.

Vorteil: Durch die präzise Injektion der Medikamente direkt an den geschädigten Nerven können wir eine hohe örtliche Wirkdosis erreichen.

Bei welchen Beschwerden ist eine PRT ratsam?

  • Gute Ergebnisse können wir insbesondere bei typischen Ischias-Beschwerden (Fachbegriff: Lumboischialgie) erreichen, bei denen kribbelnde Schmerzen entlang der Außenseite des Beines bis hin zum Fuß bestehen, sowie Gefühlsstörungen und eine beginnende Muskelschwäche des Fußhebers und -senkers.
  • Auch bei Beschwerden, die von einer Nervenwurzel im Bereich der Halswirbelsäule ausgehen, wie z.B. bei einem Schulter-Arm-Syndrom, ist eine PRT in vielen Fällen erfolgreich.
  • Im Allgemeinen lassen sich alle von der Nervenwurzel ausgehenden Schmerzen behandeln, die bei nicht operationspflichtigem Bandscheibenvorfall, oder Narbenbildung nach einer Bandscheiben-Operation bestehen, sowie auch der akute oder chronische Lendenschmerz ("Hexenschuss", Fachbegriff: Lumbago). Die PRT können wir auch, wenn notwendig, zur gleichen Zeit mit einer Facettenblockade kombinieren.

Was ist vor einer Behandlung der Nervenwurzeln zu beachten?

Patienten, die wegen anderer Erkrankungen dauerhaft blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten den Arzt bei der Vorbesprechung zur PRT davon in Kenntnis setzen. Wegen der damit verbundenen erhöhten Gefahr von Blutungen sind spezielle Maßnahmen, evtl. falls möglich auch das kurzfristige Absetzen dieser Medikamente, notwendig.

Wie verläuft eine Periradikuläre Therapie?

1. Für die Behandlung im Bereich der Brust- oder Lendenwirbelsäule dürfen Sie sich in Bauchlage in das Computertomographie-Gerät (CT) legen.
2. Zunächst desinfizieren wir Ihre Haut am Rücken im Bereich des betroffenen Wirbels.
3. Wir verabreichen Ihnen ein Lokalanästhetikum (Medikament zur örtlichen Betäubung) mit Langzeitwirkung, das Ihren Schmerz lindert, indem es die Empfindlichkeit des Nervs für Schmerzen vermindert.
4. Nun führen wir eine feine Kanüle (Injektionsnadel) in den Bereich Ihres betroffenen Wirbelsegmentes ein.
5. Die Kanüle führt Ihr behandelnder Arzt unter CT-Kontrolle an die Nervenwurzel oder in den benachbarten Periduralraum, den von Bändern und harter Rückenmarkshaut begrenzten Bereich, der die Nervenwurzel umgibt.
6. Während wir die Kanüle einführen, werden kontinuierlich Bilder mit Hilfe der Computertomographie angefertigt, bis die Kanüle genau platziert ist.
7. Jetzt spritzen wir eine kleine Menge Kontrastmittel ein, damit wir die korrekte Lage der Kanüle bestätigen können.
8. Durch die Kanüle injizieren wir dann ein über längere Zeit wirkendes Lokalanästhetikum (Mittel zur örtlichen Betäubung) an der Nervenwurzel.
9. Abschließend entfernen wir die Injektionsnadel und bringen ein Hautpflaster auf.
10. Die Behandlung führen wir ambulant durch – Sie dürfen nach der Behandlung wieder nach Hause.


Hinweis: Dieser Eingriff wird leider nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Was ist nach der Behandlung zu beachten?

  • Nach der Injektion können Sie ein kurzfristiges Taubheitsgefühl und Schwäche im Bein (oder im Arm) verspüren. Dies ist eine dosisabhängige Wirkung der örtlichen Betäubung, die nach kurzer Zeit wieder vergeht.
  • Durch die örtliche Betäubung könnte Ihre Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt sein, sodass Sie aus diesem Grund im Anschluss an eine PRT nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen sollten.

Wann trifft die Wirkung der PRT ein?

  • In den meisten Fällen erfährt der Patient schon nach der ersten Behandlung eine deutliche Besserung der Beschwerden.
  • Eine mehrfache Wiederholung der Behandlung im Abstand von 4 Wochen kann zur endgültigen Beschwerdefreiheit führen.
  • Bei etwa 80% der Patienten kann die Behandlung eine deutliche Linderung der Beschwerden erwirken, bis hin zur völligen Beschwerdefreiheit.
  • Bei etwa 10% der Patienten ist eine geringe Verbesserung zu erwirken, bei weiteren 10% bleibt die Behandlung ohne Erfolg.