Siloah St. Trudpert Klinikum, Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und minimal-invasive Chirurgie
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Klinik für Allgemein-, Viszeral, Thorax- und minimal-invasive Chirurgie

Bauchwandbrüche


Im Wesentlichen werden vier Bruchformen beobachtet:

Leistenbruch

Der Leistenbruch ist die häufigste Form der Bauchwandbrüche. Beim Leistenbruch folgt der Bruchsack dem Samenstrang beim Mann und dem Mutterband bei der Frau. Leistenbrüche treten bei Männern deutlich häufiger auf als bei Frauen und können bis in den Hodensack reichen. Als Ursache gilt eine Bindegewebsschwäche. Diese Bruchform gilt dann als erworben und muss vom angeborenen, kindlichen Leistenbruch, der eine andere Ursache hat, abgegrenzt werden.

Schenkelbruch

Schenkelbrüche treten vor allem bei Frauen auf. Die Bruchlücke liegt unterhalb des Leistenbandes und folgt den Oberschenkelgefäßen.

Nabelbruch

Eine Lücke in der Muskulatur am Nabel ist zunächst vorgegeben, da hier die Gefäße der Nabelschnur in den Körper des ungeborenen Kindes treten. Nur wenn sich diese Lücke nicht im Verlauf von Wochen und Monaten nach der Geburt spontan schließt, liegt ein Nabelbruch vor. Im Kindesalter kann mit einer operativen Versorgung bis zur Einschulung gewartet werden. Der Nabelbruch des Erwachsenen betrifft meist Patientinnen und Patienten mit Übergewicht und stellt gemeinhin eine Operationsindikation (Anzeige zur Operation) dar.

Untersuchungen

Meist kann die Diagnose eines Bruches (Hernie) durch eine körperliche Untersuchung gestellt werden. Durch Pressen oder Husten tritt der Bruchinhalt deutlicher hervor und kann dann gesehen und getastet werden. Bei kleinen Hernien kann eine eindeutige Diagnose gelegentlich nur mit Hilfe einer apparativen Untersuchung gestellt werden. Mit Sonografie, CT (Computertomographie) und MRT (Kernspin-Tomografie) stehen hierfür geeignete Methoden zur Verfügung.

Operative Therapie

Alle Brüche der Bauchwand können prinzipiell mit folgenden drei Operationsmethoden behandelt werden:

1. Verschluss der Bruchlücke (und Verstärkung der Bauchwand) mit körpereigenem Gewebe wie Muskulatur und Muskelhüllen als klassische offene Operation
2. Einbringen eines sich nicht auflösenden (nicht resorbierbarem) Kunststoffnetzes über einen klassischen offenen Schnitt (konventionelle Methode)
3. Einbringen eines sich nicht auflösenden (nicht resorbierbarem) Kunststoffnetzes mittels der Schlüsselloch-Methode (minimal-invasiv)

Während die klassischen offenen Operationen in Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung bzw. Regionalnarkose erfolgen können, ist für die minimal-invasive Versorgung eine Vollnarkose erforderlich.
Die Entscheidung, ob ein Kunststoffnetz implantiert werden soll oder nicht, hängt von diversen Faktoren wie Bruchform, Bruchgröße, Allgemeinzustand des Patienten, Rezidiv-Bruch (erneuter Bruch, Rückfall) und Vielem mehr ab. Daher ist das Vorgehen individuell zu entscheiden.
 

Verlauf

Viele Bruchoperationen können wir ambulant durchführen. Ist die Operation sehr umfangreich, z.B. mit Lösen von Verwachsungen bei Narbenbrüchen, Einlage von Drainagen oder starken Schmerzen verbunden, empfehlen wir eine stationäre Behandlung.
Die volle körperliche Belastung nach einer Bruchoperation ist erst dann erreicht, wenn sich eine stabile Narbe gebildet hat. Daher ist mit einer Schonung von einigen Wochen (bis zu drei Monaten) zu rechnen. Einfluss auf die Narbenbildung nehmen u.a. Bruchform, Bruchgröße, Operationsmethode (mit oder ohne Kunststoffnetz) sowie Körpergewicht, Begleiterkrankungen und verschiedene Medikamente.
Nach der Operation vermitteln unsere Krankengymnastinnen bauchdeckenschonende Techniken zur Mobilisierung.